Nicht mit Fördermitteln erpressen lassen
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Christoph Zippel zur geplanten Schlösser-Stiftung

„Ich sehe die geplante Schlösser-Stiftung mit großen Bauchschmerzen. Die Landesregierung kann nicht verlangen, dass die Stadt Altenburg und der Landkreis im blinden Vertrauen Kulturgüter von unschätzbarem Wert wie das Altenburger Schloss oder das Lindenau-Museum in eine neue Stiftung einbringen, ohne zu wissen, welche Mitsprache- und Gestaltungsmöglichkeiten sie bei der Stiftung künftig haben werden.“ Mit diesen Worten kommentierte der Altenburger Landtagsabgeordnete Christoph Zippel das Sonderplenum des Thüringer Landtags zur geplanten mitteldeutschen Schlösser-Stiftung am Mittwoch, dem 5. Juni. Auf Antrag der CDU-Fraktion hatten die Abgeordneten über das Vorhaben der Thüringer Landesregierung debattiert, mehrere Schlösser, Burgen und Museen in eine gemeinsame Stiftung mit dem Land Sachsen-Anhalt einzubringen. Im Gegenzug sollen beide Bundesländer jeweils 100 Millionen aus dem Bundeshaushalt für den Erhalt ihrer Schlösser und Gärten bekommen.

„Natürlich wären die Bundesgelder ein Segen für unsere Schlösser und Museen. Aber wir sollten uns nicht mit Fördermitteln erpressen lassen, zumal die Betroffenen im Dunkeln gelassen werden. Zentrale Fragen zur Arbeit der geplanten Stiftung konnte oder wollte die Landesregierung nicht beantworten. Hier muss endlich dringend Klarheit her“, so Zippel.

Kritisch sah der CDU-Abgeordnete die Rolle der AfD in der Debatte: „Ausgerechnet die AfD, die sich sonst als Hüter der deutschen Kultur aufspielt, war bei diesem Thema voll auf der rot-rot-grünen Linie. Über weite Strecken hat sie sich der Debatte im Landtag verweigert. Sieht so ein verantwortungsvoller Umgang mit unserem kulturellen Erbe aus? Ich jedenfalls werde gerade mit Blick auf unser Altenburger Schloss und unser Lindenau-Museum ganz genau kontrollieren, dass die Stadt Altenburg und der Landkreis ein Mitspracherecht behalten, sollte diese Stiftung tatsächlich so ins Leben gerufen werden. Die Fördermittel sind hochwillkommen, aber nicht nach dem Motto ‚Friss oder stirb‘. Wir sollten die Hoheit über unsere Kulturgüter und unsere Geschichte nicht einfach so wegschenken“, so Zippel abschließend.